Für viele Familien in Uedem ist sie längst unverzichtbar: die Ganztagsbetreuung. Mit der neuen Offenen Ganztagsschule (OGS) an der Geschwister-Devries-Schule stehen jetzt deutlich mehr Räume zur Verfügung - auch mit Blick auf den Rechtsanspruch ab August 2026. Mit einer kleinen Feierstunde wurden diese nun offiziell eröffnet.
Freuen sich über mehr Platz für den Offenen Ganztag an der Geschwister-Devries-Schule in Uedem (v.l.): Architekt Johannes Peeters, Bürgermeister Rainer Weber, Schulleiter Stephan Schultze, OGS-Leiterin Sabrina Giglio, Katja Reintjes (Fachdienstleitung Schule Caritas), Yves Georgi (Gemeinde Uedem) und Frank Freihoff (Architekturbüro Peeters). Julia Lörcks
Der Bedarf an Betreuung ist in Uedem seit vielen Jahren konstant groß: Aktuell besuchen 200 der insgesamt 366 Schülerinnen und Schüler entweder die "8-13 Uhr"-Betreuung oder die Offenen Ganztagsschule. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, hatte die Gemeinde Uedem bereits 2020 die Aufstockung der Schule beschlossen. Nach Verzögerungen durch die Corona-Pandemie und Förderverfahren starteten die Bauarbeiten im Februar 2024. Ende Oktober 2025 wurde der Erweiterungsbau schließlich fertiggestellt. Insgesamt investierte die Gemeinde 3,1 Millionen Euro.
Auf einer Nettoraumfläche von 441 Quadratmetern sind insgesamt drei große, jeweils teilbare OGS-Räume sowie ein Multifunktionsraum entstanden. Zusätzlich stehen der OGS im Erdgeschoss ein Büro, eine Küche, eine Mensa und zwei weitere Räume zur Verfügung. Für die Hausaufgabenbetreuung werden weiterhin die Klassenräume genutzt.
OGS-Leiterin Sabrina Giglio mit Schulleiter Stephan Schultze und Katja Reintjes, Fachdienstleitung Schule, im neuen Gebäudetrakt der OGS.Julia Lörcks/Caritasverband Kleve e.V.
Träger der Betreuung ist der Caritasverband Kleve, der seit rund 20 Jahren an der Schule aktiv ist. Insgesamt 18 Mitarbeitende sowie zwei FSJler sind aktuell in der Betreuung eingesetzt. OGS-Leiterin Sabrina Giglio sieht in den neuen Räumen vor allem neue Möglichkeiten: "Wir haben nun endlich den benötigten Platz. Nun müssen wir unsere Raumkonzepte noch einmal überdenken." Erste Veränderungen gebe es bereits. So werden die beiden Räume im Erdgeschoss zu einem Kreativ- und einem Snoezelraum umgestaltet. Auch die Zusammenarbeit mit dem Kollegium habe sich weiterentwickelt: "Wir arbeiten Hand in Hand zusammen."
Schulleiter Stephan Schultze zeigt sich ebenfalls sehr zufrieden mit der Aufstockung. Er betont die Bedeutung der OGS für den Schulalltag: "Die Betreuung ist ein wichtiger Teil unserer Schule. Mit den neuen Räumen erhält sie endlich den Platz, den sie benötigt." Mit Blick auf den kommenden Rechtsanspruch zeigt er sich grundsätzlich positiv: "Kinder und Eltern erhalten mehr Sicherheit. Unklar ist allerdings die Finanzierung. Hier benötigt der Schulträger Planungssicherheit."
Katja Reintjes, Fachdienstleiterin Schule beim Caritasverband Kleve, bewertet die aktuellen Entwicklungen als Herausforderung und Chance zugleich: "Der Ganztag rückt Schule, Jugendhilfe und Kommunen noch enger zusammen. Entscheidend ist nun, dass wir die Konzepte vor Ort weiterentwickeln und dabei die Bedürfnisse der Kinder im Blick behalten. Ziel aller Maßnahmen ist es den steigenden Bedarfen gerecht zu werden und gleichzeitig moderne, kindgerechte Lern- und Lebensräume zu schaffen." Die Eröffnung der OGS in Uedem sei dafür ein gutes Beispiel: "Hier wurden die baulichen Voraussetzungen geschaffen, um Qualität und Verlässlichkeit in der Betreuung langfristig zu sichern."
Neben Uedem hat die Caritas Kleve auch an anderen Standorten wichtige Schritte unternommen. In der St. Michael Grundschule in Reichswalde wurde mit Heimat- und Themenräumen ein neues Betreuungskonzept umgesetzt, das den Kindern mehr Freiraum und Mitbestimmung ermöglicht. Die Stadt Kleve investierte hier knapp 4,7 Millionen Euro in einen modernen Ersatz- und Erweiterungsbau. Auch an der Willibrord-Schule in Kellen gab es einen Ausbau für rund sieben Millionen Euro. Dort wird der Ganztag schrittweise in ein modernes Cluster-Konzept eingebunden, das Lernen und Betreuung stärker verzahnt.