Vor Start der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 fordert der Deutsche Caritasverband (DCV) gemeinsam mit der Caritas Suchthilfe (BAG CaSu) strengere Jugendschutz- und Alterskontrollen für Sportwetten und ein umfassendes Werbeverbot. Sportwetten werden immer häufiger auf Social-Media-Plattformen beworben, die gezielt an junge Menschen ausgespielt werden. Verschiedene Studien zu Geldspielwerbung sowie Stellungnahmen deutscher Fachstellen zeigen, wie schnell jungen Menschen problematisches Spielverhalten droht, Sucht und Überschuldung sind typische Folgen.
Wie ein Trojanisches Pferd komme, Werbung für Sportwetten über soziale Medien daher: gut getarnt als Sportinhalt, kaum als kommerzielle Botschaft erkennbar. So vermittele sie den Eindruck, Sport und Sportwetten seien eins. Gerade junge Nutzerinnen und Nutzer merkten oft nicht, dass sie gezielt zu einem Glücksspiel angesprochen werden, betont der Caritas-Verband.
Bereits während der Fußball-Europameisterschaft 2024 habe es eine massive Bewerbung von Sportwetten im direkten Umfeld der Spiele gegeben, heißt es in einem von DCV und BAG CaSU veröffentlichten Positionspapier unter Verweis auf Untersuchungen der Universität Hohenheim. Beiträge zu Spielergebnissen, Spielterminen oder Mannschaften würden genutzt, um indirekt für Wettangebote zu werben, oft ohne klare Kennzeichnung und mit deutlich weniger Hinweisen auf Risiken oder Altersbeschränkungen. Neben dieser subtilen Ansprache habe auch die klassische Werbung rund um Sportübertragungen deutlich zugenommen, etwa durch Werbespots oder Bandenwerbung.
Für die Weltmeisterschaft 2026 sei wieder mit einem hohen Aufkommen zu rechnen und der Werbedruck werde voraussichtlich in Zukunft sogar weiter steigen. Umso wichtiger sei daher der Ausbau von Präventionsangeboten und ihre verpflichtende Integration in die Ausbildung von Trainerinnen und Trainern: "Besonders junge, sportaffine Menschen sind gefährdet, riskante Wetten einzugehen. Viele glauben, ihr Fachwissen über Sport verschaffe ihnen einen Vorteil und ermögliche schnelle Gewinne. Frühzeitige Aufklärung in ihrem Umfeld kann sie schützen", sagt Thomas Abel, Leiter der BAG CaSu Arbeitsgruppe Glücksspielsucht.
Der Deutsche Caritasverband und die Caritas Suchthilfe verweisen darauf, dass das Interesse an Sport ein Raum für Gemeinschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt bleiben muss.
Pressemitteilung
Berlin
Damit Fußball-Fieber nicht in Sucht endet – Caritas fordert strenge Regeln für Sportwetten
Erschienen am:
29.05.2026
Herausgeber:
Deutscher Caritasverband e. V.
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Reinhardtstraße 13
10117 Berlin
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